Der Weg zur Arbeit: Pendeln mit dem Rad

3. Oktober 2019

Millionen Deutsche pendeln jeden Tag zur Arbeit. Die meisten von ihnen immer noch mit dem Auto. Wenn viele davon aufs Rad umsteigen, ist das gut für die Umwelt, den Verkehr - und für sie selbst.

Millionen Deutsche pendeln jeden Tag zur Arbeit. Die meisten von ihnen immer noch mit dem Auto. Wenn viele davon aufs Rad umsteigen, ist das gut für die Umwelt, den Verkehr - und für sie selbst.

Zehneinhalb Kilometer: So lang ist laut Studien im Durchschnitt der tägliche Arbeitsweg von Pendlern in Deutschland. Im Umkreis von Großstädten eher mehr, in kleineren Städten weniger. Immer noch ist das Auto dabei das Verkehrsmitteln Nummer Eins, gefolgt von öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad. Mit den bekannten Folgen: Staus, verstopfte Ausfallstraßen, gestresste Menschen.
 
Eine vernünftige Verkehrspolitik versucht seit langem, den umstieg aufs Rad zu erleichtern. Politiker reisen in Scharen nach Kopenhagen, Amsterdam und etliche andere Städte der Niederlande, um zu lernen, wie es geht. Da geht es zum Beispiel um den Ausbau von „Rad-Autobahnen“, separat geführten Trassen, auf denen man wirklich schnell voran kommt. Dadurch verliert auch ein Weg von – sagen wir – zehneinhalb Kilometern schnell seinen Schrecken. Doch in deutschen Städten geht es nur zäh voran.
 
Bis überall der Weg ins Radler-Paradies eingeschlagen ist, solltest du dich nicht entmutigen lassen. Oft findet sich ein Weg – hier ein paar Tipps dazu. 

Pendeln als Fitness-Training

Radfahren ist ein perfektes Gesundheitstraining, gut dosierbar und zugleich schonend für den Bewegungsapparat. Warum nicht den Arbeitsweg als Training nutzen?

„Pendeln zur Arbeit ist das beste“, sagt der Radfitness-Experte und frühere Mountainbike-Profi Tim Böhme. „Dadurch kommt automatisch Regelmäßigkeit ins Training.“ 

Das einzige, und zugegeben große Problem: Die wenigsten mögen und können verschwitzt zum Job erscheinen. Eine mögliche Lösung: das E-Bike, auf das wir später noch eingehen werden. Alternativ hilft aber schon etwas Recherche um die Sache mit dem Schweiß zu lösen: Fitness-Clubs oder Schwimmbäder in der Nähe sind eine gute Möglichkeit, um sich vor der Ankunft im Büro noch einmal abzukühlen. Und auch modern konzipierte Büros bieten mittlerweile oft eine Möglichkeit zum Duschen. Wenn deine Fahrt nicht zu lang und anstrengend ist, reicht es womöglich auch, dass du dich an einem Waschbecken frisch machst.

Die übrigen logistischen Hürden lassen sich überwinden. Was in Rucksack oder Packtaschen muss, erfordert nur ein bisschen mehr Planung als sonst. Zusätzlich zu deinem mitgebrachten Essen, packst du einfach einen Satz Wechselkleidung ein. Dann bist du auch bei einem Regenguss auf der sicheren Seite und kannst dich im Büro schnell umziehen.

Kombination mit „Öffis“

Die Idee des „Park+Ride“ lässt sich selbstverständlich auch mit dem Rad nutzen. Das Tolle: Die beste Kombination aus Radstrecke und Bus oder Bahn auszutüfteln, kann auch Spaß machen. Dabei gilt: Abwechslung erhöht den Reiz! Das gilt auch für reine Rad-Routen.

Die Fahrrad-Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln ist je nach Betreiber sehr unterschiedlich geregelt. Viele schließen die Hauptverkehrszeiten morgens und nachmittags aus. In diesem Fall wäre ein Faltrad die einzige Option. Alternativ kannst du natürlich auch versuchen, die Stoßzeiten zu meiden, in denen Bus und Bahn aus allen Nähten platzen. Gilt in deinem Unternehmen Gleitzeit, kannst du dich schon zum Morgengrauen auf den Weg machen und den unaufgeregten, ruhigen Start des Tages genießen. Als Langschläfer kannst du dich alternativ natürlich auch nach der morgendlichen Rush Hour auf den Weg machen

E-Bike als Dienst-Rad

Bei längeren Arbeitswegen ist ein elektrisch unterstütztes Bike eine noch spannendere Option als ohnehin. Die meisten Menschen werden irgendwo zwischen vier und zehn Kilometern eine Schwelle sehen, wo der Weg mit reiner Muskelkraft zu zeitraubend und anstrengend wird. Mit zusätzlichem Hybrid-Elektromotor sind dagegen auch Entfernungen von 20 und mehr Kilometern leicht machbar. Das Pedelec unterstützt dich bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. Mit einem Speed Pedelec sind sogar bis zu 45 km/h drin. Allerdings sind diese Modelle versicherungspflichtig und dürfen nur mit Helm und auf der Straße gefahren werden. 

Für die höheren Anschaffungskosten, die für ein gutes Pedelec durchaus 2.000 Euro und mehr betragen können, empfiehlt sich für Angestellte eine viel zu wenig bekannte Regelung. Schon seit 2012 nämlich gilt auch für Räder das sogenannte Dienstwagen-Privileg. Wie beim Dienstauto versteuert der Arbeitnehmer jährlich ein Prozent des Preises als geldwerten Vorteil. Anders als beim Auto muss er die gefahrenen Kilometer zur Arbeit nicht zusätzlich versteuern. Die Autoindustrie profitiert seit Jahrzehnten von Dienstwagen-Regelungen, die Fahrradbranche noch viel zu wenig. Wie das manager magazin schreibt, waren bis 2017 gerade einmal 200.000 Dienstfahrräder im Einsatz – bei rund 73 Millionen Fahrrädern insgesamt.

Es lohnt sicher immer, beim Arbeitgeber nachzufragen, wie es mit einem Dienstfahrrad steht. So lässt sich eine vielleicht fällige Gehaltserhöhung steuerlich günstig gestalten, und womöglich spart das Unternehmen einen Parkplatz. Weitere Informationen zum Thema Dienstrad und spannende Leasing-Angebote findest du bei Anbietern wie JobRad oder Lease A Bike.

Der Genuss der Heimfahrt

Das beste am Rad-Pendeln ist natürlich die Heimfahrt. Auch Gelegenheits-Radler empfinden eine Ausfahrt als entspannend. Sie macht den Kopf frei und vertreibt Symptome von Stress und Müdigkeit. Nach einem sitzenden Tag im Büro ist das besonders wohltuend: Der Kreislauf kommt in Schwung, verkrampfte Muskeln und negative Gedanken lösen sich in der frischen Luft auf. Ein Geheimtipp für Einsteiger: morgens mit dem Rad in der Bahn hin, abends auf dem Rad zurück. Probier’s mal aus!

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